Gerhardt Müller-Goldboom | Komponist und Dirigent

Pressestimmen

zum Komponisten

...In diesem Jahr war es mit dem Arditti-Quartett das zurzeit ausgeschlafenste Ensemble für zeitgenössische Kammermusik, das sich Komponisten aus dem Dreiländereck Deutschland / Niederlande / Belgien widmete. Darunter das fulminant konfliktreiche gli spazi dentro von Gerhardt Müller-Goldboom, der seinen vegetativen Quartettsatz nicht mit dem Bleistift, sondern mit den Nervenenden komponiert hat.

Guido Fischer
Frankfurter Rundschau


...So kam es Gerhardt Müller-Goldbooms „Air” für Tenor-Saxophon zu, den Ton zum Klang zu erweitern. Auch hier werden Zentraltöne in charakteristischen Lagen ausgebildet, allerdings in rhythmisch klarerer, auftaktiger Anlage. Als zweite Materialebene treten von Johannes Ernst in stupender Flexibilität umgesetzte Sprach- und Stimmklänge hinzu, die sich musikalisch sinnvoll in das Ganze fügen und nicht als bloßer Reflex auf die Moden erweiterter Spieltechniken der Zeit erscheinen.

Volker Straebel
Frankfurter Allgemeine Zeitung


...die Musik, die Gerhardt Müller-Goldboom für das Stück geschrieben hat und mit dem Ensemble "work in progress" realisiert. Die gestoßenen Klänge, allesamt verfremdete Instrumentalklänge mit einigen elektronischen Elementen, erzeugen Druck, lasten über der Aufführung und erzeugen eine Atmosphäre schwer zu ertragender Spannung. Das sind die Grundbedingungen von "Abata"...

Bernd Feuchtner
Der Tagesspiegel


...MaerzMusik 2006...Japanese music culture, long neglected even in Japan, is experiencing a worldwide renaissance, as is interest in all non-Western music cultures. Composer and conductor Gerhardt Müller-Goldboom, who led this performance, contributed a piece of his own to the concert, Sabi, for violin solo. Like the piece by Hans Zender we heard earlier that was inspired by the Japanese haiku as an artform, Müller-Goldboom's Sabi makes use of much reduced instrumental forces and distilled compositional structures, while in a certain way, expands on content. Sabi stands for the sensing out of beauty and is the basic aesthetic stance found in the haiku. The piece is for violin solo and is here played by Eva Christina Schönweiß.

Rick Fulker
A World Music, Deutsche Welle


zum Dirigenten

Es ist eine Hommage — der Zuschauer wird zum Teil der Performance. Und auch deshalb darf jeder machen, was er will, als das „work in progress”-Orchester und der Chor unter der Leitung von Gerhardt Müller-Goldboom zu seinem 20-minütigen D-Dur-Klang ansetzt. Die „Symphonie Monoton-Silence” stammt von Yves Klein und ist mehr als einfach nur ein Ton. In Wahrheit spielen die Musiker nämlich drei Töne, den Grundakkord D-Dur, die Tonika d-fis-a. Und so klingt das Konzert dann doch vielschichtig und so gar nicht langweilig. Nach 20 Minuten nimmt der Dirigent die Hände hoch, der Klang verstummt und die Musiker versinken weitere 20 Minuten in Stille und Reglosigkeit. Das Zero-Konzept in Vollendung. Und tatsächlich verharrt Dirigent Müller-Goldboom volle 20 Minuten lang in einer „Hände hoch”-Position wie in einem Western. ...man hat das Gefühl, je länger die Stille dauert, desto intensiver wird sie. Und auch das ist Zero: Ein Konzert, bei dem man nichts hört, eine Begegnung ohne Bewegung und ein ästhetisches Erlebnis ohne Ereignis. Trotzdem: Erleichtertes Klatschen, als der Dirigent die Hände senkt und die Stille auflöst. (Zur Performance-Night der ZERO-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, Berlin, 11. April 2015)

Eva Lindner
Berliner Morgenpost


Beim Klangkörper ist vor allem die Leistung des Dirigenten Gerhardt Müller-Goldboom zu würdigen, der trotz der enorm verschiedenen Ansätze jederzeit souverän agiert. (Zur Produktion LEIPZIG NOIR im Dezember 2014)

Lars Schmidt
Leipziger Volkszeitung


Im Gedächtnis haften bleibt die Begegnung mit einem grandiosen Schlüsselwerk der frühen Postmoderne, denn als das ist »Votre Faust« aus heutiger Perspektive zu sehen... Eindrücklich, wie der Dirigent Gerhardt Müller-Goldboom die aufwendige Partitur zusammenhalten konnte durch eine präzise Organisation der Afführung mit dem Ensemble »work in progress - Berlin« und dem Vocalconsort Berlin... Mit einer verrückten Musik, einem Überwältigend dichten Amalgam von Musik und Sprache, musikalischer und theatralischer Anlage. Und mit einem Musiktheater-Werk, das nun endlich ins feste Repertoire der Opernhäuser gehörte, genauso wie die »Soldaten« von Bernd Alois Zimmermann. (Zur Schweizer Erstaufführung von Henri Pousseurs Votre Faust im Theater Basel im November 2013)

Alfred Zimmerlin
Neue Zürcher Zeitung


Radikaler geht es nicht. Das Radialsystem verkündet die frohe Botschaft, dass die Avantgarde wieder auferstanden ist... Kein Theater hat sich bisher getraut, so weit zu gehen... man darf hoffen, dass sich dieses große Stück Musiktheater endlich durchsetzt. Und dann auch in Berlin nicht nur für drei Tage zu sehen ist. (Zur Premiere von Henri Pousseurs Votre Faust im RADIALSYSTEM V Berlin im April 2013)

Niklaus Hablützel
taz.die tageszeitung


Spieltechnisch ist das Werk mehr als anspruchsvoll. Dem von Gerhardt Müller-Goldboom geleiteten Berliner Ensemble work in progress und den Mitarbeitern des Freiburger Experimentalstudios gelang eine fabelhafte Aufführung, die jener der Uraufführung an Präzision und Einfühlungsvermögen noch überlegen war. (Zur Premiere von Mark Andres ...22,13... im RADIALSYSTEM V Berlin)

Julia Spinola
Frankfurter Allgemeine Zeitung


...Kudos to conductor Gerhardt Müller-Goldboom for forging the ensemble into precise togetherness and to soprano Rosemary Hardy for portraying the crumbling world of Miss R. V. Troussova with such conviction and gruesome realism.

Benjamin Bar-Am
Jerusalem-Post


... in der Wiener Secession das Ensemble work in progress - Berlin unter der Leitung des Pianisten, Komponisten und Dirigenten Gerhardt Müller-Goldboom... mit Transparenz, vielschichtiger Dynamik und einem präzisen Gefühl für spannungsreiche Einsatzfolgen ... regelrechte Charakterstudien von Tempi, sodaß die Komposition einen ganz freien, spontanen Geist atmete ... Für das Bewußtmachen unserer musikalischen Gegenwart aber war dies ein eminent wichtiger Abend.

Laszlo Molnar
Der Standard, Wien


...Bussotti wieder zu entdecken, haben wir gesagt, ist eine Tat...In diesem Sinn zogen auch viele der Instrumentalstücke unterschiedlicher Charaktere und Besetzungen, kompetent gespielt vom Ensemble work in progress - Berlin unter der Leitung Gerhardt Müller-Goldbooms, vor unserer Wahrnehmung vorbei...

Klaus Georg Koch

...Das von Gerhardt Müller-Goldboom engagiert und umsichtig geleitete Ensemble bot diese beredten und beklemmenden Klanggestalten sehr differnziert dar... Für die fesselnde Interpretation ... erhielten die Ausführenden stürmischen Beifall.

Isabel Herzfeld
Der Tagesspiegel


Es ist ein Glücksfall ... Gerhardt Müller-Goldboom leitete Boulez´ „Marteau sans maitre”. Das intellektuelle Vergnügen an Boulez´ strengem und doch emotional wirkungsvollen, 1957 komponiertem Schlüsselwerk wurde noch verstärkt...

Das Orchester, Mainz